Als jetzt aus Stralsund die Anfrage nach einem originalgetreuen Abguss des 80 Millionen Jahre alten Exponates kam, stellte sich die 30 Jahre alte Abgussform als inzwischen unbrauchbar heraus. ist. Mit der neuen Kunststoff-Form können die Präparatoren jederzeit eine Kopie des Riesenammoniten herstellen.
Für die Form benötigten die Fachleute zirka 70 Kilogramm Silikon und mehrere Lagen aus Epoxidharz und Glasfasermatten. Das Fossil wurde zunächst mit Silikon bestrichen. Dieses Material zeichnet die
Um anschließend einen Abguss zu erhalten, kann die Form nun mit verschiedenen Materialien ausgestrichen werden. Die Museumsfachleute benötigten dafür 30 Liter Kunstharz. Und schäumten das Ganze mit 20 Liter PU-Schaum aus. Der dann gewonnene „Rohling“ wird grundiert und anschließend mit Öl- oder Acrylfarbe farblich dem Original angepasst.
Hintergrund
Die Überraschung war groß, als 1895 in einem Steinbruch bei Seppenrade im südlichen Münsterland ein riesiger Ammonit entdeckt wurde. Prof. Dr. Hermann Landois, damals „Direktor der zoologischen Sektion des Westfälischen Provinzialvereins für Wissenschaft und Kunst“, bekam ein Telegramm des Kaufmanns Nopto aus Seppenrade in dem stand: „Seppenrade. ...Riesenammonit gefunden. Durchmesser 1,80 m. Nopto.“
Bei der Bergung brach das Fossil in sieben Teile, die später wieder zusammengefügt werden konnten. Die Spuren davon sind immer noch sichtbar und auch im Abguss werden diese Stellen 1:1 sichtbar. Landois beschrieb den Neufund und gab ihm den wissenschaftlichen Namen „Pachydiscus seppenradensis“. Spätere Bearbeiter änderten die Bezeichnung in „Parapuzosia seppenradensis“.
Ammoniten
Ammoniten waren Kopffüßer, aus der Familie der Weichtiere (Mollusken). Sie sind Verwandte von heute noch lebenden Tintenfischen und Nautiliden.